Jedes Mal, wenn ein Flugzeug startet oder landet, sprechen die Piloten ins Mikrofon: „Tower, hier ist Flug XX, bitte um Rollfreigabe“, und der Tower erteilt umgehend Anweisungen. Dieser Sprachdialog zwischen Luft und Boden stützt sich auf das VHF-Kommunikationssystem (Very High Frequency). Heute schauen wir uns an, wie ein Flugzeug VHF nutzt, um einen bidirektionalen Sprachfunkverkehr mit dem Tower durchzuführen.
Abbildung 1: Darstellung eines Flugzeugs und des Bodentowers (aus dem Originalartikel)
1. Was ist VHF-Kommunikation?
VHF steht für Very High Frequency — Kommunikation im sehr hohen Frequenzbereich.
Der Frequenzbereich liegt zwischen 30 MHz und 300 MHz, und das VHF-Kommunikationssystem des Flugzeugs arbeitet in diesem Bereich, mit einer maximalen effektiven Kommunikationsreichweite von 200 Seemeilen.
Betriebsband: 118,000 MHz – 136,990 MHz. (121,5 MHz ist die international festgelegte Notfrequenz.)
Ausbreitungseigenschaften: Sichtlinienausbreitung, geradlinige Ausbreitung, begrenzt durch die Erdkrümmung. Je höher das Flugzeug fliegt, desto größer die Kommunikationsreichweite; in geringer Höhe oder bei Geländeverdeckung wird das Signal gedämpft.
Funktion: Sprachkommunikation zwischen Flugzeug ↔ Bodenkontrolle (Turm, Anflugkontrolle, Bezirkskontrolle) sowie Luft-Boden- / Luft-Luft-Sprechfunk zwischen Flugzeugen. Es ist das primäre Sprachkommunikationsmittel in der Zivilluftfahrt.
Wichtige Unterscheidung:
Richtig: VHF ist externer Funk, wird verwendet, um mit Bodentürmen und anderen Flugzeugen zu sprechen.
Falsch: Das Flug-Intercom / Service-Intercom ist ein geschlossener Kreislauf innerhalb des Flugzeugs; es sendet keine Funksignale nach außen, und der Tower kann sie nicht empfangen.
2. Flugzeug-VHF-System-Hardware
Moderne Verkehrsflugzeuge sind in der Regel mit 3 unabhängigen VHF-Systemen ausgestattet. Jedes VHF-Kommunikationssystem besteht aus einem Transceiver und einer Antenne, wobei die drei Antennen an verschiedenen Positionen am Rumpf installiert sind; die Einbaupositionen variieren je nach Flugzeugtyp.
VHF-Transceiver: befindet sich im Avionik-Schacht des Rumpfes, verantwortlich für die Signalübertragung und den Empfang.
Funkmanagement-Panel (RMP): Merkmale (1) Frequenzwahlknöpfe für die VHF- und HF-Kommunikationssysteme; (2) zwei Frequenzanzeigefenster — das linke Fenster zeigt die aktuell vom System verwendete Frequenz, und das rechte Fenster zeigt die Standby-Frequenz; (3) eine Umschalttaste, mit der die in den beiden Anzeigefenstern dargestellten Frequenzwerte getauscht werden; (4) eine Systemauswahltaste, mit der das verwendete Kommunikationssystem ausgewählt wird.
Abbildung 2: Layout des Funkmanagement-Panels (RMP)
Cockpit-Mikrofon und Headset: Piloten sprechen und hören Steuerungsanweisungen.
Antennen: oben / unten am Rumpf, senden und empfangen Funkwellen.
Die drei VHF-Systeme können unabhängig voneinander arbeiten.
3. Der vollständige Gesprächsablauf: Wie ein Flugzeug mit dem Tower spricht
Schritt 1 — Frequenz einstellen: Der Pilot stellt das VHF-Bedienfeld auf die Frequenz der entsprechenden Kontrolleinheit ein, zum Beispiel die Turmfrequenz von 118,100 MHz.
Schritt 2 — PTT-Sendetaste drücken (Push-To-Talk, drücken zum Sprechen): Der Pilot hält die PTT-Taste am Steuerhorn / Bedienfeld gedrückt. Nur solange sie gedrückt ist, kann er sprechen; sobald sie losgelassen wird, kann er nur zuhören.
Dies ist die Kernlogik von VHF: Es kann immer nur eine Partei gleichzeitig sprechen — beide Parteien können nicht gleichzeitig reden.
PTT gedrückt gehalten: Das Flugzeug sendet Funksignale und der Turm empfängt.
PTT losgelassen: Das Flugzeug empfängt und hört die Anweisungen des Turms.
Zwei Flugzeuge, die auf dieselbe VHF-Frequenz eingestellt sind, können sich auch gegenseitig anrufen, für die Luft-Luft-Kommunikation.
4. Eigenschaften und Einschränkungen der VHF-Kommunikation
4.1 Sichtlinienkommunikation
In niedriger Höhe ist die Reichweite begrenzt; wenn das Flugzeug in große Höhe steigt, nimmt die Kommunikationsentfernung deutlich zu. Bei Blockierung durch Berge oder Gebäude können Rauschen und Kontaktverlust auftreten.
4.2 Kein gleichzeitiges Sprechen
PTT muss gedrückt werden, um zu senden; wenn der Pilot PTT gedrückt hält, kann das Flugzeug den Lotsen nicht hören, wenn dieser spricht.
4.3 Mehrere Flugzeuge teilen sich dieselbe Frequenz
Viele Flugzeuge teilen sich dieselbe Tower-Frequenz; sie rufen abwechselnd an und können nicht gleichzeitig sprechen.
4.4 Redundanzdesign mit zwei VHF-Geräten
Wenn VHF1 ausfällt, auf VHF2 umschalten, um die Kommunikation fortzusetzen; wenn beide Geräte ausfallen, verliert das Flugzeug die Luft-Boden-Sprachkommunikation.
5. Häufige Missverständnisse
Mythos: VHF und die Besatzungs-Gegensprechanlage sind dasselbe System.
Fakt: VHF ist externer Funk; die Gegensprechanlage ist interne Flugzeugkommunikation und sendet nicht nach außen.
Mythos: Solange VHF eingeschaltet ist, kann man einfach weiterreden.
Fakt: Sie müssen die PTT-Sendetaste gedrückt halten, um zu sprechen; wenn Sie sie loslassen, können Sie nur zuhören.
Mythos: VHF kann eine Langstreckenkommunikation über die Sichtlinie hinaus erreichen.
Fakt: VHF ist Sichtlinienkommunikation; niedriges Fliegen begrenzt die Reichweite. Langstrecken-Überseekommunikation stützt sich auf HF (High Frequency).
Abschließende Zusammenfassung
Ein-Satz-Zusammenfassung: VHF ist das primäre Luft-Boden-Kommunikationsmittel für Zivilflugzeuge und realisiert das Senden und Empfangen von Funkübertragungen über das bordeigene Sende-Empfangs-Gerät und die Antennen. Der Pilot hält die PTT-Taste gedrückt, um Sprache zu senden, und lässt sie los, um die Anweisungen des Towers zu hören, wodurch ein Zwei-Wege-Dialog zwischen dem Flugzeug und dem Tower ermöglicht wird; die drei VHF-Systeme sichern sich gegenseitig ab und sind unabhängig von der bordeigenen Wechselsprechanlage und den Rundfunksystemen des Flugzeugs.